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SG BBM spielt um die Krone des europäischen Frauenhandballs

Die SG BBM Bietigheim steht vor dem größten Wochenende ihrer Vereinsgeschichte. Gemeinsam mit drei absoluten Topteams spielen die SG-Ladies als erste deutsche Mannschaft beim EHF FINAL4 um die Krone in der europäischen Königsklasse. In Budapest geht es dabei für den Deutschen Meister am Samstag, 1. Juni, 18 Uhr zunächst im Halbfinale der EHF Champions League gegen den französischen Meister Metz Handball.

Mit dem souveränen 35:27-Heimsieg gegen die HSG Blomberg-Lippe hat die SG BBM am vergangenen Samstag zum dritten Mal in Folge die Saison in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) als Meister ohne Niederlage beendet und ist inzwischen seit 85 Liga-Spielen ungeschlagen. Dadurch fahren die SG-Ladies mit Selbstvertrauen, aber trotzdem als klarer Außenseiter zum zehnten EHF FINAL4 nach Budapest. Es ist die vorläufige Krönung einer unglaublichen Erfolgsgeschichte der Bietigheimer Handballerinnen in den vergangenen Jahren. Als erste deutsche Mannschaft überhaupt gelang die Qualifikation für das Finalturnier der EHF Champions League. Gleichzeitig wird es der letzte Auftritt des fünffachen Deutschen Meisters als SG BBM Bietigheim, ehe zur kommenden Saison der Wechsel zur HB Ludwigsburg vollzogen wird.

Mit Blick auf das absolute Highlight zum Saisonabschluss fielen die Bietigheimer Feierlichkeiten nach der Meisterschalenübergabe vergangenen Samstag eher gediegen aus. Schließlich gilt es im 20.000 Zuschauer fassenden MVM Dome in der ungarischen Hauptstadt Budapest gegen die Elite des europäischen Frauenhandballs zu bestehen.

Im ersten der beiden Halbfinals treffen am Samstag, 1. Juni, 15 Uhr, der dänische Meister Team Esbjerg und das ungarische Topteam Györi Audi ETO KC aufeinander. Damit kommt es zur Neuauflage des Spiels um Platz drei vor einem Jahr, indem sich die Ungarinnen knapp mit 28:27 durchsetzten.
In dieser Saison qualifizierte sich Team Esbjerg als Zweiter der Gruppe B und durch ein erfolgreiches Viertelfinale gegen FTC-Rail Cargo Hungaria für das FINAL4. Seit 2016 ist die Mannschaft mit fünf Meistertiteln und der gerade gelungenen Titelverteidigung sowie vier Pokalsiegen das unangefochtene Topteam Dänemarks. Dieses setzt sich nahezu ausschließlich aus dänischen und norwegischen Nationalspielerinnen zusammen. Herauszuheben ist dabei Nora Mørk im rechten Rückraum. Die zweifache Welt- und fünffache Europameisterin hat bereits sechs Mal die EHF Champions League gewonnen und ist mit 90 Treffern Esbjergs beste Torschützin in der Königsklasse. Trainer Jesper Jensen erlebt beim EHF FINAL4 seine Abschiedstour. Der ehemalige dänische Nationalspieler war seit 2017 für Team Esbjerg verantwortlich und konzentriert sich ab Sommer ausschließlich auf seine Tätigkeit als Trainer der dänischen Frauennationalmannschaft. Seine Nachfolge übernimmt der schwedische Frauen-Nationalcoach Tomas Axnér.
Für die Bietigheimerinnen gab es in bisher vier Aufeinandertreffen mit Esbjerg, zuletzt in der Champions League-Gruppenphase 2020/21, vier Niederlagen.

Györ steht bereits zum vierten Mal in Folge im EHF FINAL4 und möchte nach dem dritten Platz in der Vorsaison in diesem Jahr wieder ins Finale. Schließlich sind die Ungarinnen mit 17 nationalen Meistertiteln und 15 Pokalsiegen sowie fünf Erfolgen in der EHF Champions League (zuletzt 2019) das international erfolgreichste Team des diesjährigen EHF FINAL4. Nach dem Sieg in Gruppe A setzte sich Györ im Viertelfinale gegen den Titelverteidiger und Champions League-Sieger der vergangenen drei Jahre, Vipers Kristiansand, durch. Doch in der gerade zu Ende gegangenen Saison in der heimischen Liga musste man mit zwei Punkten Rückstand erstmals seit 2021 wieder dem FTC aus Budapest, der sich das ungarische Double sicherte, den Vortritt lassen. Bereits im März vollzog der Klub den Trainerwechsel vom Dänen Ulrik Kirkely zum Schweden Per Johansson. Das Team ist gespickt mit internationalen Topspielerinnen und besteht nahezu ausschließlich aus Nationalspielerinnen. Aus dem starken Kollektiv ragen die dänische Torhüterin Sandra Toft als Welthandballerin 2021 sowie die norwegische Spielmacherin Stine Bredal Oftedal als Welthandballerin 2019 heraus. Györi`s beste Torjägerin der laufenden Champions League Saison ist die Spielmacherin und französische Nationalspielerin Estelle Nze Minko mit 69 Treffern. Die SG BBM hat alle vier bisherigen Duelle mit dem ehemaligen Verein von Dorottya Faluvegi und Noemi Hafra sowie dem zukünftigen Team von Kelly Dulfer verloren. In der Gruppenphase dieser Königsklasse-Saison hielten die Bietigheimerinnen nach einer deutlichen 26:34-Heimniederlage in Ungarn lange gut mit, unterlagen aber knapp mit 29:31.

Es ist ein spannendes erstes Halbfinale zu erwarten, das von den norwegischen Schiedsrichtern Eskil Braseth und Leif Andre Sundet geleitet wird.

Am Samstagabend, 1. Juni, 18 Uhr, hat dann die SG BBM ihren großen Auftritt im zweiten Halbfinale gegen Metz Handball. Mit 26 französischen Meistertiteln und zwölf Pokalsiegen ist Metz in Frankreich seit Jahren die unangefochtene Nummer eins und steht nach 2022, als man Dritter wurde, zum zweiten Mal im EHF FINAL4. In der gerade zu Ende gegangenen Saison in der heimischen Liga wurde zum dritten Mal in Folge das Double geholt. In der EHF Champions League-Saison beendete man die Gruppe B punktgleich aber aufgrund der besseren Tordifferenz vor Team Esbjerg auf Platz eins. Im Viertelfinale setzten sich die Französinnen nach Hin- und Rückspiel mit neun Toren Unterschied recht deutlich gegen CSM Bucuresti durch. Seit 2015 wird das französische Topteam von Emmanuel Mayonnade trainiert, der 2019 die Niederlande zum Weltmeistertitel geführt hat und im gleichen Jahr zum Frauen-Welttrainer gewählt wurde. Metz zeichnet sich durch international stark zusammengestelltes Kollektiv aus, zu dem auch die deutschen Nationalspielerin Alina Grijseels auf der Spielermacherin-Position zählt. Dazu kommen im Rückraum mit den dänischen Nationalspielerinnen Kristina Jørgensen, Louise Burgaard und Anne Mette Hansen drei absolute Weltklasse-Spielerinnen. Beste Werferinnen in der Königsklasse mit 97 Toren ist Kreisläuferin Sarah Boukit, die zusammen mit vier Metzer Teamkolleginnen 2023 mit Frankreich Weltmeister wurde.

Zwar haben die Bietigheimerinnen alle vier Pflichtspiele gegen Metz in den Champions League-Gruppenphasen 2017/18 und 2021/22 verloren, doch die Vorbereitung auf die aktuelle Saison im vergangenen Sommer macht der SG BBM Mut. Hier blieb man in zwei Testspielen gegen den französischen Meister ungeschlagen, gewann zuhause und holte sich auswärts ein Unentschieden. Daran angeknüpft und mit dem die Saison über gesammelten Selbstvertrauen möchten die SG-Ladies ihre Außenseiterchance nutzen. Schließlich ist Bietigheim das einzige Team, das als Gruppensechster und über Play-offs sowie Viertelfinale den Sprung ins EHF FINAL4 geschafft hat. Nicht nur in den KO-Duellen gegen Ikast und Odense konnte das Team um Kapitänin Xenia Smits zeigen, das es inzwischen mit den besten Teams in Europa auf Augenhöhe agieren und diese auch schlagen kann. Um den ohnehin schon größten Erfolg der Vereinsgeschichte noch weiter auszubauen und auch beim EHF FINAL4 für Furore zu sorgen, braucht es nochmal zwei geschlossene Mannschaftsleistungen auf Topniveau mit einer starken Defensive, einer überragenden Gabriela Moreschi im Tor sowie eine gute Effektivität im Angriff. Dafür steht bis auf die beiden Langzeitverletzten Melinda Szikora und Isabelle Andersson (beide Kreuzbandriss) der komplette Kader zur Verfügung.

Anwurf zum zweiten Halbfinale ist um 18 Uhr im MVM Dome Budapest. Die Leitung des Spiels übernehmen die Schiedsrichterinnen Jelena Vujacic und Andjelina Kazanegra aus Montenegro.

Die Sieger der beiden Halbfinals treffen am Sonntag, 2. Juni, 18 Uhr, im Finale aufeinander und spielen um den EHF Champions League-Sieg 2024. Die unterlegen Halbfinalisten bestreiten am Sonntag um 15 Uhr das Spiel um Platz drei,

Die SG-Ladies werden von zahlreichen Fans vor Ort unter dem Motto „Alle in weiß nach Budapest“ unterstützt. 

Alle Spiele des EHF FINAL4 sind auf den Plattformen von DAZN und DYN zu sehen. Außerdem überträgt DF1 das Bietigheimer Halbfinale sowie das Spiel um Platz drei und das Finale live im Free-TV.